Das Foto zeigt alte Gebäude in Cagliari, die auf ihre Art Schönheit in sich tragen

Perfektionismus loslassen: Warum das „Unperfekte“ oft viel schöner ist, zeigt uns Italien

Perfektionismus wirkt nach außen oft wie Disziplin, Leistungsstärke und hohe Qualität. Innerlich bedeutet er für viele Menschen jedoch vor allem Druck, Anspannung und das Gefühl, nie wirklich fertig zu sein. In diesem Artikel erfährst du, warum Perfektionismus so belastend sein kann, woher er meist kommt und was uns Italien dazu zeigt.

Ciao Perfektionismus

Ich liebe an Italien nicht nur das gute Essen oder dieses goldene Licht am Abend. Ich liebe auch die kleinen, nicht perfekten Schönheiten: abgewohnte Fenterläden, ungerade Pflastersteine, alte Häuser und improvisierte Plätze, Mauern mit Rissen, Balkone voller Blumen und Wäsche.

Nichts daran ist makellos und gerade deshalb hat es so viel Charme. Italienische Orte leben von den Spuren des Lebens und wirken dadurch echt, warm und lebendig. Vielleicht berührt mich und viele andere Menschen genau das so sehr, weil wir dort sehen, was wir uns selbst oft nicht erlauben:

Es muss nicht perfekt sein, um schön zu sein.

Ein altes Haus mit Gebrauchsspuren nennen wir charmant. Eine Piazza, auf der nicht alles perfekt ist, lebendig. Ein einfaches Dorf authentisch.

Doch wenn wir selbst müde sind, Ecken und Kanten haben und nicht alles im Griff haben, werden wir plötzlich streng mit uns. Dann meldet sich diese innere harte Stimme:

  • „Du musst dich mehr zusammenreißen.“
  • „Das geht noch besser.“
  • „Erst wenn alles stimmt, darfst du dich entpannen.“

Was Perfektionismus mit uns macht

Perfektionismus wirkt nach außen oft wie Fleiß, Sorgfalt, Verantwortungsgefühl und Leistungsstärke und genau das ist das Tückische, denn deswegen wird er so selten hinterfragt.

Du willst zuverlässig sein, Qualität liefern und niemanden enttäuschen. Also gibst du dir Mühe und noch ein bisschen mehr und noch mehr. Doch irgendwann kippt etwas:

Du arbeitest länger, bist aber nicht zufriedener. Statt Freude bleibt oft nur ein kurzer Moment der Erleichterung bis zur nächsten Aufgabe und zum nächsten Anspruch. Deshalb fühlt sich Perfektionismus nie nach Ruhe an, sondern nach ständiger Anspannung und bedeutet vor allem eines: Stress.

Perfektionismus und der Wunsch nach Sicherheit

Oft steckt hinter all dem Streben nach Perfektion etwas sehr Menschliches: der Wunsch nach Sicherheit. Gedanken wie

  • „Wenn ich alles richtig mache, kann nichts schiefgehen.“
  • „Wenn ich alles im Griff habe, kann mich niemand kritisieren.“
  • „Wenn ich perfekt bin, bin ich nicht angreifbar.“

So verständlich, denn wir alle wünschen uns Sicherheit, Anerkennung und Zugehörigkeit. Nur leider stimmen all diese Gedanken nicht und wir zahlen einen hohen Preis für diese Scheinsicherheit, denn das ständige innere Kontrollieren, Antreiben und Korrigieren hält uns in Alarmbereitschaft. Manchmal sehr laut und manchmal eher leise, aber dafür dauerhaft. Und so hängen wir in einem inneren Kreislauf: Wir strengen uns an, um uns sicher zu fühlen und geraten immer mehr unter Druck, denn wirkliche Sicherheit stellt sich nie ein. Das Leben trägt immer, egal, wie sehr wir uns anstrengen, auch Unsicherheit und Risiko in sich.

Perfektionismus verspricht Sicherheit, kostet aber Freiheit, Kraft und Lebensfreude. Viele perfektionistische Menschen wirken nach außen sehr leistungsstark und verlässlich, aber innerlich fällt es ihnen schwer, loszulassen. Ruhe wird erst erlaubt, wenn alles erledigt ist.

Nur das Leben ist nie fertig!

Es gibt fast immer noch etwas zu beantworten, organisieren oder zu verbessern und während wir versuchen, alles noch besser zu machen, rutscht das Leben oft auf später:

Später, wenn mehr Ruhe ist. Später, wenn weniger los ist. Später, wenn endlich alles geschafft ist.

Doch kommt dieses Später meist nie!

Woher Perfektionismus kommt

Perfektionismus entsteht selten einfach so. Viele Menschen haben früh gelernt, dass sie besonders dann Anerkennung, Aufmerksamkeit oder Liebe bekommen, wenn sie sich anstrengen und am besten keine Fehler machen. Unser kindliches System hat dann irgendwann abgespeichert: „Wenn ich alles richtig und gut mache, bin ich sicher.“

Was früher vielleicht geholfen hat, wird jedoch später zum Dauerstress, vor allem dann wenn aus Engagement ein ständiges inneres Müssen wird. Perfektionismus ist keine Charakterschwäche, sondern ein altes Schutzsystem.

Besonders ins stressigen Zeiten springen alte Muster schnell an. Statt uns zu fragen, was wir wirklich brauchen, versuchen wir noch mehr zu funktionieren und Perfektionismus fühlt sich oft wie eine Lösung an, um die Kontrolle zu behalten.

Was wir von Italien lernen können

Erinnere dich an die italienischen Orte zu Beginn: Es muss nicht perfekt sein, um schön zu sein.

Vielleicht ist genau das eine der schönsten Lektionen, die uns Italien schenken kann:

  • dass Schönheit durch Gebrauchsspuren entstehen kann
  • dass Wärme nicht aus Perfektion kommt, sondern aus Echtheit
  • dass Genuss nicht wartet, bis alles erledigt ist
  • dass ein Abend schön sein kann, auch wenn der Tisch wackelt, jemand zu spät kommt und die Servietten nicht zusammenpassen

Vielleicht geht es im Leben gar nicht darum, alles perfekt zu machen. Vielleicht geht es viel mehr darum, das Leben wirklich zu erleben. Nicht irgendwann später, sondern jetzt.

Warum erlauben wir Orten Charakter? Uns selbst aber nicht?

Warum nennen wir kleine Risse in einer Fassade charmant und unsere eigene Unvollkommenheit aber gleich ein Problem?

Vielleicht müssen wir gar nicht perfekter und noch kontrollierter werden. Vielleicht dürfen wir mehr Mensch sein mit Geschichte, mit Ecken und Kanten, mit Tagen, die nicht rund laufen, mit Gefühlen und einem Leben, das nicht immer ordentlich aussieht und trotzdem Tiefe, Wärme und Schönheit in sich trägt.

Gelassenheit beginnt nicht in dem Moment, in dem endlich alles perfekt ist. Aber vielleicht beginnt Gelassenheit genau in dem Moment, in du aufhörst, dich selbst wir ein Renovierungsprojekt zu behandeln. In dem Moment, wenn du dich ansiehst und denkst:

Ich bin nicht makellos, aber ich bin lebendig und echt und das ist echt schön.

Fazit: Perfektionismus loslassen und das Leben wieder mehr erleben

In meiner Arbeit begegnet mir Perfektionismus sehr häufig und auch ich kenne ihn aus meinem Leben. Auch ich dachte lange, Dinge müssten möglichst perfekt sein, damit sie wirklich gut sind. Mit der Zeit habe ich gelernt, den Mut zu haben, auch einmal „gut genug“ stehen zu lassen. Nicht immer einfach, ich weiß. „Gut genug“ ist aber oft die bessere Wahl (auch im Berufsleben), denn dadurch fallen Entscheidungen leichter, Aufgaben werden schneller abgeschlossen und es bleibt Energie übrig für die Dinge, die wirklich wichtig sind und es entsteht ein Raum, der im Perfektionismus oft verloren geht: Lebensfreude.

Perfektion ist eine schöne Idee. Aber ein Leben, das ständig optimiert werden muss, fühlt sich schnell nur noch anstrengend an. Ein Leben, das auch Unvollkommenheit zulässt, fühlt sich gelassener und nach echtem Leben an. Wenn Perfektionismus dich durchs Leben schiebt, erinnere dich daran:

Du musst nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. 💚

P.S.: Wenn du spürst, dass du dich selbst nicht länger antreiben, optimieren und zusammenreißen möchtest, sondern dir mehr Gelassenheit, Leichtigkeit und echte Lebensfreude wünschst, dann melde dich gerne bei mir.

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Manuela Paolini - Angstcoach mit dem Dolce Vita Prinzip

Ich bin Manuela

Dein Coach mit Herz, wenn du unter Ängsten und Stress im Job leidest und du wieder Gelassenheit & Leichtigkeit in dein Leben bringen möchtest. Mehr Dolce Vita Momente!

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